Aussehen
Der Software-Lebenszyklus
Software ist nie fertig. Sie lässt sich verhältnismäßig günstig anpassen. Ein Traktor wird nie ein Flugzeug, aber aus einem kleinen Videoschnittprogramm wird mit ein wenig Mühe ein KI-Filmmaker-Werkzeug. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Software je nach Größe auch leicht ersetzt werden kann.
Definition: Lebenszyklus
Der Lebenszyklus eines Programms ist alles, was von der ersten Anforderung bis zur Abschaltung mit ihm geschieht. Er besteht aus sechs Phasen: Anforderungen, Entwurf, Implementierung, Test, Veröffentlichung und Wartung.
Phasen
- Anforderungen: Das Team schreibt auf, was das Programm können muss.
- Entwurf: Das Team legt fest, aus welchen Teilen das Programm besteht.
- Implementierung: Das Team programmiert die Teile.
- Test: Das Team prüft, ob das Programm die Anforderungen erfüllt.
- Veröffentlichung: Die Nutzer:innen bekommen die Version.
- Wartung: Das Team nimmt Meldungen an und ändert das Programm, bis es abgeschaltet wird.
Abschaltung
Irgendwann wird ein Programm abgeschaltet. Die Nutzer:innen werden rechtzeitig informiert, sie können ihre Daten mitnehmen oder die Daten werden gelöscht, und die Zugänge werden geschlossen. Je abhängiger man von einem Programm ist, desto schwerer fällt der Abschied.
Definition: Lock-in-Effekt
Ein Lock-in-Effekt liegt vor, wenn der Wechsel zu einem anderen Programm oder Anbieter so aufwendig ist, dass man lieber beim alten bleibt, zum Beispiel weil sich die Daten nicht mitnehmen lassen.
Dokumentation
Definition: Dokumentation
Dokumentation ist alles, was ihr aufschreibt, damit andere und ihr selbst später das Programm verstehen, benutzen und ändern können.
Schreibt auf, was ihr in einem halben Jahr nicht mehr wisst, vor allem das Warum, und zwar in jeder Phase, solange ihr den Grund noch kennt. In der Implementierung ist das ein Kommentar im Programmcode:
python
# Die Gänge sind genau 32 Pixel breit, deshalb muss 32
# durch SCHRITT ohne Rest teilbar sein.
SCHRITT = 4Ohne diese zwei Zeilen sucht jemand, der SCHRITT auf 5 setzt, einen Nachmittag, warum die Spielfigur nicht mehr in die Gänge passt.