Aussehen
Agiles Vorgehen
Ein Team baut für eine Kund:in eine Lernkarten-App und zeigt sie ihr erst am Ende nach einem Monat. Die Kund:in sagt: „Ich brauche aber Karten mit Bildern“ und ist traurig. Das hätte das Team früher erfahren, wenn es nach jedem kleinen Stück gezeigt hätte, was es hat.

Definition: Agil
Agil heißt: in kleinen Schritten bauen und früh Rückmeldung holen.
Definition: Iteration
Eine Iteration ist eine kurze Arbeitsrunde. Am Ende steht eine lauffähige Version, die die Kund:in beurteilt. Eine Version ist lauffähig, wenn man sie starten kann und sie alle bisherigen Testfälle besteht. Mit dem, was das Team lernt, plant es die nächste Iteration.
In Unternehmen dauert eine Iteration oft zwei Wochen, im Unterricht meist eine Einzel- oder Doppelstunde.
Die Stationen einer Iteration
- Planen: Das Team nimmt aus der Liste der Anforderungen so viele, wie in die Iteration passen, schreibt sie genau und prüfbar auf und zerlegt sie in Arbeitspakete.
- Umsetzen: Das Team entwirft, programmiert und testet.
- Review: Die Kund:in sieht die neue Version und sagt, was fehlt und ob sie einverstanden ist. Das Team hält es in der Liste fest.
- Retrospektive: Das Team bespricht, was es nächstes Mal anders macht.
- Veröffentlichung: Nur wenn die Kund:in einverstanden ist, bekommen alle Nutzer:innen die neue Version.
Die Rollen im Projekt
Definition: Rolle
Eine Rolle legt fest, wer im Projekt wofür entscheidet oder sorgt.
- Kund:in: gibt das Projekt in Auftrag, legt die Anforderungen fest und bezahlt für alles.
- Product Owner: vertritt die Kund:in. Sie führt die Liste der Anforderungen, oben steht, was der Kund:in am wichtigsten ist.
- Projektteam: Alle, die am Programm arbeiten. Es entscheidet, wie viele Anforderungen in eine Iteration passen und wer aus dem Team diese umsetzt.
- Agile Coach: hilft dem Team bei der Zusammenarbeit und räumt Hindernisse außerhalb des Teams aus dem Weg. Organisiert etwa eine neue Pinnwand oder eine:n Designer:in.
Die Werte dahinter: das Schulmanifest
Das „Manifest für einen agilen Wandel in der Schule“, kurz Schulmanifest, fasst die Werte des agilen Arbeitens in vier Sätzen zusammen:
- Selbstverantwortliche Schüler:innen und ihre Interaktionen sind wichtiger als das kleinschrittige Befolgen einer Instruktion.
- Lernen aus Erfahrung und schnelle Erfolge sind wichtiger als Vorabfundierung bis ins letzte Detail.
- Erkunden und Ausgestalten eines gemeinsamen Ziels sind wichtiger als das penible Einhalten von Vorgaben.
- Kreativität und Reagieren auf Gelerntes sind wichtiger als das Befolgen eines starren Plans.
Quelle: Brichzin, Kastl, Romeike: Agile Schule, Abb. 2.5 „Manifest für einen agilen Wandel in der Schule“.